eLK.Medien - zentraler e-Learning Service an der CAU

Barrierefreiheit & E-Learning

Barrierefreiheit an der CAU

Die CAU Kiel erarbeitete von Ende 2014 bis Ende 2015 einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (Leitung Prof. Dr. Uta Klein, Stellvertretung Dr. Daniela Heitzmann) und befasst sich bewusst mit dem Thema Barrierefreiheit. Informationen über den Aktionsplan und den Aktionsplan selbst finden Sie auf den Seiten des Arbeitsbereichs Gender & Diversity.

Konkrete Informationen und Unterstützung erhalten Studierende mit Beeinträchtigungen beim Studierendenservice der CAU.

 

Barrierefreiheit & E-Learning

Ein Studium mit Beeinträchtigungen beispielsweise im Bereich der Mobilität, der Seh- oder Hörfähigkeit, stellt eine großer Herausforderung dar. Im Bereich der Lehrmaterialien ist es auch heute noch nicht der Standard, dass Aspekte der Barrierefreiheit bedacht werden, digitale Lehrmaterialien können jedoch dazu beitragen, Barrieren zu verringern, wenn auf einige wesentliche Punkte geachtet wird.

Wir stellen Ihnen hier einige Beispiele für verschiedene Beeinträchtigungen vor und geben im Folgenden Tipps zu weiterführenden Informationen und Materialien.

Sehbeeinträchtigungen

Graphische Inhalte:

  • Textalternativen für graphische Inhalte zur Verfügung stellen: Inhalte der graphischen Darstellung so beschreiben, dass die Erkenntnis aus der Darstellung auch auf diesem Wege erlangt werden kann
  • Deutliche Kontraste verwenden

 

Schriftliche Formate:

  • Strukturierende Formatierungen verwenden (gilt für alle Textdokumente wie PDF, Word, PowerPoint oder HTML): Überschriften, Kapitel, Textblöcke entsprechend formatieren, damit Screenreader/Bildschirmlesegeräte diese auch als solche erkennen können → Inhalt und Struktur trennen
  • Links in HTML-Dateien inhaltlich passend benennen (z.B. nicht jeden Link mit „weiteres“ betiteln, sondern inhaltlich beschreibend benennen; wichtig für die bessere Nutzbarkeit von Screenreadern und das Auslesen von Links)
  • Deutliche Kontraste verwenden
  • ggf. variable Schriftgrößen ermöglichen

 

Multimediale Inhalte:

  • Videos mit spezieller Audioversion anbieten
  • Audioformat als Alternative zum Videoformat anbieten

 

Beispiel eines lizenz- und kostenfreien Screenreaders, z.B. für Testzwecke:

Firma Softonic mit dem Screenreader NVDA eine sehr gute kosten- und lizenzfreie Vollversion eines Screenreaders zum Download unter dem folgenden Link: http://nvda.softonic.de/

PDFs können zudem mit der Adobe eigenen Sprachausgabe ausgelesen werden. Eine Anleitung zu der PDF-Sprachausgabe finden Sie auf den Seiten von Adobe.

Hörbeeinträchtigungen

Geringe Hörbeeinträchtigung:

  • Verstärkung des Tons durch eine FM-Signalübertragungsanlage: Ein Mikrofon an der Lehrperson überträgt den Ton zum Empfänger der hörbeeinträchtigten Person. Diese hört einen klareren und deutlicheren Ton im Ohr.
 

Starke Hörbeeinträchtigung:

  • Diktiersoftware ermöglicht das Lesen des im Raum Gesprochenen: Über ein Mikrofon an der Lehrperson wird das Gesprochene über einen Sender an den Laptop der hörbeeinträchtigten Person gesendet und automatisch in Schrift umgewandelt.

 

Weitere Alternativen:

  • Vorlesung als Video aufzeichnen und untertiteln, so dass Zuhause gelernt werden kann.

 

Beispiel von Diktiersoftware:

  • Firma nuance bietet mit Dragon NaturallySpeaking eine bewährte (kostenpflichtige) Diktiersoftware an. Weitere Infos: www.nuance.de
  • Kostenfreie Diktiersoftware ist meist fehleranfälliger, z.B. Windows-Spracherkennung (Standardsoftware im Windows-Betriebssystem).

 

Verleih von Videoaufzeichnungstechnik und -software:

  • Beim E-Learning Service: Entleihung eines Vorlesungsaufzeichnungskoffers zum Aufzeichnen der Lehrveranstaltung und Untertiteln.

Weitere Beeinträchtigungen

Welche technischen Möglichkeiten bestehen, wenn Studierende aufgrund von physischen oder psychischen Beeinträchtigungen nicht an einer Lehrveranstaltung teilnehmen können?

Ortsunabhängige Teilnahme:

  • Teilnahme an Lehrveranstaltungen über Adobe Connect/Skype (Video, Audio, Chat) von einem anderen Ort aus.

 

Zeitliche Flexibilisierung:

  • Im Krankheitsfall können Vorlesungsaufzeichnungen von den Lehrenden zur Verfügung gestellt werden.

 

Orts- und zeitunabhängiger Materialzugriff über die Lernplattform OpenOLAT

Benötigte Software für Aufzeichungen oder Übertragungen:

  • Adobe Connect/Skype: Laptop, Webcam, Mikrofon, Internetzugang.
  • Vorlesungsaufzeichnung: Laptop, Webcam, Funkstrecke für Audioaufzeichnung, Software (Vorlesungsaufzeichnungskoffer ausleihbar beim E-Learning-Service), Internetzugang.

Weiterführende Informationen Barrierefreiheit & E-Learning

Empfehlungen der Studentenwerke für Inklusive Bildung in Hochschulen und Professionalisierung der Lehrenden finden Sie in dem verlinkten Text.

Erhebung der Hochschulrektorenkonferenz zum Thema Barrierefreiheit an Hochschulen aus dem Jahr 2009.

Weber, G. & J. Voegler: Inklusives E-Teaching.

Im Jahr 2013 hatte das Hamburger E-Learning-Magazin ein Heft mit dem Themenschwerpunkt Barrierefreiheit.

Ein Artikel aus dem Journal Hochschuldidaktik informiert über Barrierefreie Hochschuldidaktik.

Ein Leitfaden für die Erstellung barrierearmer Dokumente der Universität Kassel.

Während der Campus Innovation 2016 in Hamburg hielt Prof. Dr. Sven Degenhardt von der Universität Hamburg einen Vortrag mit dem Titel "Alternativtexte als Baustein barrierefreier elektronischer Dokumente: Notwendigkeit, Erfahrungen und Forschungsbedarf", in dem er über die Funktionen von Alternativtexten zu Bildern und Grafiken und deren Gestaltung spricht.

 

 

Ansprechperson: Marion Möller (Team)

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